Hubarbeitsbühne Sichtprüfung vor dem Einsatz: So gehen Sie vor
Vor jedem Einsatz prüft der Bediener die Hubarbeitsbühne auf sichtbare Mängel: Fahrwerk und Reifen, Hydraulik, Korb mit Geländer und Einstieg, Notablass, Bedienelemente und Not-Halt. Zusätzlich prüft er den Boden und das Umfeld. Bei Mängeln wird die Bühne nicht genutzt. Die Ausbildung orientiert sich an DGUV 308-008 und wird beim Deutschen Weiterbildungszentrum inhouse am Gerät geübt.
Warum die Sichtprüfung an der Hubarbeitsbühne zählt
Wer in einem Arbeitskorb mehrere Meter über dem Boden steht, verlässt sich auf die Technik. Deshalb gehört die Kontrolle vor dem Einsatz zu den wichtigsten Handgriffen. In meinen Schulungen an der Maschine erlebe ich immer wieder, dass Bediener das Gerät als sicher voraussetzen, weil es der Kollege gestern ohne Probleme genutzt hat. Doch Hydraulik, Reifen und Sicherheitseinrichtungen können sich über Nacht verändern. Eine Sichtprüfung dauert wenige Minuten und verhindert, dass ein Defekt erst in der Höhe auffällt. Sie schützt den Bediener, Personen am Boden und das Unternehmen. Sie ist außerdem ein Zeichen dafür, dass der Betrieb Arbeitsschutz ernst nimmt, was bei Prüfungen durch die Berufsgenossenschaft einen deutlichen Unterschied macht.
Hubarbeitsbühne Sichtprüfung vor dem Einsatz: Fahrwerk und Hydraulik
Beginnen Sie unten am Gerät. Prüfen Sie die Reifen auf Schnitte, Beulen und ausreichenden Luftdruck, soweit die Bauart das vorsieht. Kontrollieren Sie Stützen oder Ausleger-Abstützungen, falls vorhanden, auf Schäden und sauberes Ein- und Ausfahren. Schauen Sie unter das Gerät: Ölflecken weisen auf eine undichte Hydraulik hin. Prüfen Sie Schläuche und Zylinder auf feuchte Stellen, Scheuerstellen und Risse. Bei Akku-Geräten kontrollieren Sie den Ladezustand, bei Verbrennern Kraftstoff und Flüssigkeitsstände. Achten Sie auf lose Teile, fehlende Bolzen und Verkleidungen. Ein Gerät mit sichtbarem Hydraulikleck oder beschädigter Abstützung bleibt stehen, denn ein Schaden kann sich unter Last plötzlich vergrößern.
Arbeitskorb, Geländer und Notablass kontrollieren
Der Korb ist Ihr Arbeitsplatz in der Höhe. Kontrollieren Sie das Geländer und die Einstiegsstelle: Alles muss fest sitzen, die Tür oder Kette schließen sicher. Der Boden des Korbs muss sauber, trocken und rutschfest sein. Prüfen Sie die Anschlagpunkte für das Rückhaltesystem, wenn Ihr Gerät und Ihr Einsatz das vorsehen, und lesen Sie die Anzeigen zur zulässigen Last und Personenzahl. Das Typenschild muss lesbar sein. Wichtig ist der Notablass: Er ermöglicht es, den Korb abzusenken, falls die Hauptsteuerung ausfällt. Sie sollten wissen, wo er sitzt und wie er funktioniert, und ein Kollege am Boden sollte ihn ebenfalls bedienen können. Besprechen Sie das vor dem Einsatz, nicht erst im Notfall.
Bedienelemente, Not-Halt und Probelauf
Nach der Sichtprüfung folgt die Funktionsprüfung. Prüfen Sie die Bedienelemente im Korb und am Unterwagen: Sie müssen sich leichtgängig bewegen, in die Nullstellung zurückkehren und eindeutig beschriftet sein. Testen Sie den Not-Halt und die Warnsignale. Dann fahren Sie den Korb mit geringer Höhe einmal durch die wichtigsten Bewegungen. Achten Sie auf ruckelnde Bewegungen, ungewöhnliche Geräusche und Warnanzeigen. Erst wenn alles ruhig und gleichmäßig läuft, beginnt die eigentliche Arbeit. Dokumentieren Sie die Kontrolle kurz, zum Beispiel in einem Prüfbuch oder auf einer Checkliste am Gerät. Die Details unterscheiden sich je nach Bauart, etwa bei Scheren- oder Teleskopbühnen, und richten sich nach der Betriebsanleitung des Herstellers.
- Sichtprüfung und Praxis an Ihrer eigenen Hubarbeitsbühne
- Praxistermin in der Regel innerhalb einer Woche möglich
- Inhouse-Schulung ab 1.500 € als Festpreis, inklusive Anfahrt
Untergrund, Wind und Umfeld prüfen
Zur Sichtprüfung gehört mehr als das Gerät. Prüfen Sie, ob der Untergrund tragfähig und eben genug ist. Weicher Boden, Gefälle, Schächte oder Kanten sind Risiken, die jede Hubarbeitsbühne betreffen. Achten Sie auf Hindernisse über dem Korb, etwa Leitungen, Träger oder Hallendecken, und auf Freileitungen im Außenbereich. Sperren Sie den Bereich unter dem Korb ab, damit niemand darunter steht. Im Freien beobachten Sie das Wetter: Die Betriebsanleitung nennt Grenzen für Wind, und bei Gewitter oder Sturm wird nicht gearbeitet. Planen Sie außerdem den Rückweg im Notfall: Wer hilft, wie wird gerufen und wie kommt die Person aus dem Korb? Diese Fragen gehören vor den Einsatz, nicht mittendrin.
Schulung und Nachweis für Ihr Team
Bediener lernen die Kontrolle am besten am eigenen Gerät. Beim Deutschen Weiterbildungszentrum absolvieren Teilnehmende die Theorie online im Lernportal, je nach Kurs in etwa drei bis fünf Stunden und jederzeit pausierbar. Praxis und Prüfung finden beim Unternehmen vor Ort statt, durchgeführt von unseren Ausbildern. Die Ausbildung orientiert sich an DGUV 308-008 für Hubarbeitsbühnen. Praxis und Prüfung laufen auf Deutsch, Englisch oder Polnisch, die Theorie gibt es in mehr als zwölf Sprachen. Ein Praxistermin ist in der Regel innerhalb einer Woche möglich. Mehr zur Ausbildung finden Sie unter Hubarbeitsbühne. Wer wissen möchte, welche Unterlagen nach der Schulung vorliegen, liest den Beitrag Unterlagen nach der Hubarbeitsbühnen-Schulung.
Ihr nächster Schritt
Wenn mehrere Beschäftigte mit der Hubarbeitsbühne arbeiten, ist die Inhouse-Schulung der einfachste Weg. Wir kommen mit unseren Ausbildern zu Ihrem Betrieb und schulen an Ihrem Gerät, einschließlich der Sichtprüfung. Inhouse-Schulungen beginnen ab 1.500 € als Festpreis, abhängig von Teilnehmerzahl und Gerät, inklusive Anfahrt und gegebenenfalls Übernachtung der Ausbilder. Die jährliche Unterweisung bleibt Pflicht des Arbeitgebers, die Online-Unterweisung kostet 45 € pro Person, siehe jährliche Unterweisung Hubarbeitsbühne. Fragen Sie Ihre Schulung hier an: Inhouse-Schulung anfragen. Sie erreichen das Deutsche Weiterbildungszentrum unter 0203 - 70 90 8650 oder per E-Mail an kontakt@dwzentrum.de. Als Orientierung zum Regelwerk dient die DGUV.
Häufige Fragen zum Hubarbeitsbühne Sichtprüfung vor dem Einsatz
Was gehört zur Hubarbeitsbühne Sichtprüfung vor dem Einsatz?
Fahrwerk, Reifen, Hydraulik, Korb mit Geländer, Notablass, Bedienelemente, Not-Halt sowie Untergrund und Umfeld.
Was passiert bei einem Mangel an der Hubarbeitsbühne?
Das Gerät wird nicht genutzt, der Mangel wird gemeldet und das Gerät gekennzeichnet, bis es repariert ist.
Wo wird die Kontrolle geübt?
Praxis und Prüfung finden inhouse beim Unternehmen vor Ort statt, die Ausbildung orientiert sich an DGUV 308-008.
Wie schnell ist ein Praxistermin möglich?
In der Regel innerhalb einer Woche. Den Termin stimmen wir mit Ihnen ab.
Muss die Unterweisung jährlich wiederholt werden?
Ja, die jährliche Unterweisung durch den Arbeitgeber bleibt Pflicht. Die Online-Unterweisung kostet 45 € pro Person.